|
|
|
|
|
|
|
||||||||||||
|
|
Existenzerhellung |
||
|
|
Weltorientierung |
||
|
|
|
||
|
Gibt es einen Archimedischer Punkt außerhalb der Geschichte ?
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
»Dein Eichmann-Buch lese ich ständig weiter. Es ist großartig für mich«, schreibt Karl Jaspers am 2. November 1963 an Hannah Arendt. Kurz darauf beginnt Jaspers, seinen eigenen Text zu schreiben: ein Buch über Hannah Arendt und ihren Denkstil. Das Buch über die Schülerin und Freundin bleibt unvollendet. Jetzt werden seine erstaunlichen Fragmente erstmals sichtbar. In Marburg lernen sich um 1930 neun junge Gelehrte kennen, die zu den wichtigsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts zählen: Karl Löwith, Gerhard Krüger, Hans-Georg Gadamer, Leo Strauss, Hans Jonas, Erich Auerbach, Werner Krauss, Max Kommerell – und Hannah Arendt. |
|
|
UNBEGREIFLICH BEGRIFFEN
Karl Jaspers sieht den Gottesbegriff des Cusaners
"Von Gott ist nichts zu sagen - und unendlich vieles wird von ihm gesagt. Daher die These: Keine Aussage kommt dem Einen zu. Denn eine Aussage kann ohne Andersheit und Zweiheit nicht gemacht werden. Kein Name kommt dem durch sich Eigenständigen zu. Sogar das Wort 'das Eine' kommt ihm nicht eigentlich zu. Ob das 'Eine', ob das 'Nicht-Andere', ob das 'Können selbst', ob der 'Ursprung' und wie auch immer sonst es genannt wird, immer gilt, was Cusanus etwa vom Ursprung sagt: 'Der unbenennbare Ursprung des benennbaren Ursprungs kann selber nicht Ursprung genannt werden. Denn er geht jedem irgendwie Benennbaren voraus und überragt es.' Aber die Entschiedenheit der These verhindert nicht die Spekulation, in der unendlich viel von Gott gesagt wird, sondern erleuchtet ihren Sinn; was durch sie im Versuch des Unmöglichen geschieht und was sie im Scheitern erzeugt, - wie das denkende Sichnähern die Verborgenheit Gottes vertieft, indem sie die überwältigende Wirklichkeit des Verborgenen spüren läßt, - wie das sich Entziehende nur immer mächtiger den Denkenden anzieht." Karl Jaspers - Nikolaus Cusanus - Über die Spekulation
Es ist in diesem Zusammenhang ist interessant, dass Leszek Kolakowski in seinem Buch "Falls es keinen Gott gibt"(1982), das Werk von Karl Jaspers "Der philosophische Glaube angesichts der Offenbarung (1962)" als das herausragende neuere Werk ansieht, in dem eine Spekulation über den umfassenden Sinn, die Ziele und die Leitprinzipien historischer Prozesse unternommen wird. Auch für meine Sichtweise hat dieses Werk eine bedeutende Rolle gespielt.
|
|
Was ist "einfache Anständigkeit" (Noblesse)? |
|
|
||
|
In seinen "Notizen zu Martin Heidegger"( Hrsg. von Hans Saner - Notiz 227; S. 239 f.) stellt Jaspers kurz und einfach dar, was er unter "einfacher Anständigkeit" (Noblesse) versteht und schließt mit dem Satz: "Ich vermisse bei Heidegger jede Noblesse." Am Ende der Notiz fragt er: "Wie dieses alles noch zu unterscheiden vom "Existentiellen"? |
||
| 1. |
|
|
|
Die Unterscheidung von wahr und falsch, von gut und böse - untrüglich im Willen dazu und durchweg im Blick auf Menschen und Dinge. |
||
| 2. |
|
|
|
Die Distanz zu sich selbst und den anderen. |
||
| 3. |
|
|
|
Die Dankbarkeit |
|
| 4. |
|
|
Die Treue. |
|
| 5. |
|
|
Die Verpflichtung des Anstandes in allen menschlichen sofort geschichtlich bestimmten und je einmaligen Beziehungen. |
|
| 6. |
|
|
Die Sachlichkeit. |
|
| 7. |
|
|
Die Trennung der Sphären des Lebens und Denkens, - aber die Einheit im Ja zu einem Menschen, - die Zurückhaltung im Nein. |
|
| 8. |
|
|
Der Stolz der inneren Ehre, in der Bescheidenheit |
|
| 9. |
|
|
Die Unabhängigkeit von Herkunft, soziologischen und psychologischen Bindungen, - selbst da sein. |
|
| 10. |
|
|
Redlichkeit. |
|
| 11. |
|
|
Offenheit. Klares Schweigen aber nicht ausweichendes Schweigen. - Rede und Antwort stehen. |
|
| 12. |
|
|
Keine Pathetik. |
|
| 13. |
|
|
Das Wort gilt. |