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NACH DEM BESUCH DER OBERAMMERGAUER PASSION |
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EINE SEITE VON THEODOR FREY |
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DER
ZWEIFEL
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Wer meint, bei allen fragen mitreden zu können offenbart nur, dass er sich seiner Ahnungslosigkeit nicht einmal bewusst wird- und gerade uneingestandene Ahnungslosigkeit ist gefährlich. Wir alle, die mündigen Christen sind in vielerlei Hinsicht inkompetent, also unmündig. Davon sind nicht einmal Bischöfe und Päpste ausgenommen. Albert Keller |
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KONRAD SAAL |
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Einen Laden hat er nie gehabt, aber viele Kunden. Eine solide Ausbildung sei das Wichtigste, und die ständige Bereitschaft weiterzulernen, einen einmal entwickelten Stil in Frage zu stellen. Viele Grabmäler habe er gemacht, dabei sei er mit erschütternden Lebenswegen konfrontiert worden. „Da lernt man, zufrieden und bescheiden zu sein.“„Die Zukunft der Ammergauer Schnitzerei liegt Dir am Herzen?“
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NICHT DAS A, DAS OHJE DER KUNST! |
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JESUS UND TRINITÄT nach Albert Keller Im Glauben an einen Gott kommen die monotheistischen Religionen überein. Das Christentum aber unterscheidet sich, dass es diesen Gott dreifaltig versteht. Der Vorwurf, dass mit der Rede von dem einen Gott in drei Personen, der Glaube an den einzigen Gott aufgegeben wird, ist bei einem ungeklärten Verständnis der Dreifaltigkeit Gottes sogar berechtigt. Es sollte deshalb gezeigt werden, dass die Trinitätsvorstellungen nicht nur mit der Einzigkeit Gottes vereinbar ist, sondern diese unserem Verständnis näher bringt. Auch überzeugte Christen tun sich schwer über die Dreifaltigkeit Auskunft zu geben. Doch wenn ein Christ in seinem Gottesglauben nicht weiß, an wen er glaubt, ist von einem Atheisten noch weniger zu erwarten, dass er sich überlegt, wen er da leugnet. Was ärgerlich ist, wenn mit dem Hinweis auf das "Geheimnis" eine Antwortverweigerung oder gar ein Frageverbot verbunden ist. Glauben kann ich nur, was ich zumindest ansatzweise verstehe, auch wenn ich mit dem Verstehen nie zu Ende komme. Gerade weil Gott nicht zu fassen und einzufangen ist, wird ihm auch kein Dogma gerecht. Sie sind Sätze, die mühsam und fehlerhaft versuchen, an Gott heranzureichen. Die Rede von drei Personen ist zumindest missverständlich. In heutiger Sprache ist die Lehre von drei Personen eine Irrlehre, denn heute bedeutet Person das einzelne Individuum mit eigenem Bewusstsein, einem eigenen Erkenntnisvermögen und einem eigenen Willen. So könnte man besser formulieren: Der einzige Gott steht sich dreifach in je einer Grundgestalt gegenüber oder der eine einzige Gott ist zugleich als Vater über alle Welt Ursprung von allem; der einzige Gott ist als Logos Mensch geworden, einer von uns, um in Gemeinschaft mit allen als Mensch genug zu lieben für alle, womit die Sünde der Welt weggenommen ist; und der eine einzige Gott ist als der Heilige Geist in uns allen, sofern wir durch ihn guten Willens sind. Es gibt in Gott nur ein Wollen, nur ein Erkennen, nur ein Wirken. Gott ist daher eine einzige Person in drei eigenen, ganz aus der Beziehung zueinander bestehenden Grundgestalten. Er ist einer, der sich in seinem "logos" aussagend - erkennt und sich in seinem Heiligen Geist verschenkend liebt, so ganz auf sich selbst bezogen und eben darin unbeschränkte Fülle des Lebens ist. Jesus Christus ist Mensch, er ist Gott, und beides ist er als ein und derselbe, ohne dass dies sein Menschsein oder seine Göttlichkeit in irgendeiner Weise beeinträchtigt. Diese Aussagen unterliegen der Gefahr, dass seine Gottheit geleugnet oder gemindert wird, die Einheit beider missachtet wird, als ob es in Christus zwei Individuen gäbe oder umgekehrt die Einheit zu einer Verschmelzung übersteigern. Der Mensch Jesu ist geschaffen, hat einen zeitlichen Anfang in seiner Empfängnis und ein zeitliches Ende im Tod. Er hat wie jeder seine einmaligen Veranlagungen und seine eigene vielfältig bedingte Geschichte. Wie jeder Mensch ist er in vielerlei Hinsicht begrenzt und Einflüssen unterworfen, nicht etwa allwissend oder allmächtig oder keiner Versuchung ausgesetzt. Dieser Mensch gründet aber in Gott anders als nur im Geschaffensein. Er ist eins mit ihm, ohne dass dies sein Menschsein in seiner Eigenständigkeit aufhebt; die wird vielmehr dadurch vollendet; denn die Selbständigkeit der Kreatur wächst in dem Maß, wie sie ihre Abhängigkeit von Gott annimmt, von dem sie ihr Sein und ihre relative Absolutheit in der Beziehung erhält, die Schöpfung heißt. Dieses Verhältnis prägte Jesus unvergleichlich enger als jeden sonst; so ist er der selbständigste, autonomste Mensch, doch ganz in der Einheit mit Gott aufgenommen, in der seine Individualität gründet, so ist er als Gott und als Mensch unterschieden und doch ungetrennt und untrennbar ein und der selbe. Das Jesus eine menschliche Person ist, belegt sein Gehorsam. Es gibt nur ein christliches Grundgebot: das der Gottes- und Nächstenliebe. Nur von ihm aus ist Sinn und Aufgabe christlichen Gehorsams zu erläutern. Gehorchen stammt von "horchen": aufmerksam oder gespannt hören. Daraus ergibt sich leicht der Bezug zur Liebe. Wer liebt hört dem Geliebten zu, hört auf ihn und sucht zu tun, was der will. Dieser Gehorsam verläuft wechselseitig. Christlich ist sogar die Verpflichtung zu diesem Gehorsam dem andern gegenüber um so dringlicher, je weitreichender die Aufgabe ist, die einem in einer Gemeinschaft zukommt. Daraus ergibt sich die Pflicht zur Demokratie in der Kirche, die nicht in eine "hörende" und eine "lehrende" aufzuspalten ist. Wer meint , es gäbe drei Willen, einen des Vaters, einen des Sohnes, einen des Heiligen Geistes hinge einer Irrlehre an. Gott hat nur einen Willen, So ist der Wille des Vaters derselbe - nicht nur der gleiche - wie der Wille des Sohnes Gottes. Jesus unterwirft sich also nicht einem fremden Willen: er unterwirft sich als Mensch dem Willen Gottes, und das ist sein eigener, tiefster, göttlicher Wille, in dem sein menschlicher Wille gründet. Christentum ist eine Botschaft für die Menschen, die ihnen nicht ein Joch auflegen will, die nicht etwas von ihnen will, sondern für sie, die ihnen nämlich helfen will, das zu erfüllen, was sie doch im Grunde alle wollen: Frei zu sein und zu lieben.
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"HIMMELSLEITER" - MECHANIK |
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Das Buch Kohelet, Kapitel 1
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ZU FINDEN ÜBERALL
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Karl Jaspers - Der philosophische Glaube angesichts der Offenbarung - S. 503 "Zu Gott kommt der Mensch auch ohne den Christusglauben. Wir sind 'Christen' auch ohne an Christus als Mensch gewordenen Gott zu glauben. Christen? Der Name ist historisch zu verstehen. Durch eine verwickelte Situation wurde der biblische Glaube in diesen Namen gekleidet. Unter dem Namen des Christentums wurde die biblische Religion zum Grunde des Abendlandes. . . . Der historische Name des 'christlichen Religion' ist, obgleich er so alt ist, verengend und daher irreführend. Nach den Texten, auf die als heilige Texte diese christliche Religion sich gründet, ist sie biblische Religion."
Welchen Gestaltwandel bedarf die christliche - biblische Religion um für den Menschen heute Quell der Gotteserfahrung zu werden? Welchen Gestaltwandel bedürfen die außerbiblischen Religionen? Ist in den Gestaltwandlungen nicht die Chance gegeben, dass sich die Religionen in den Wegen zur Gotteserfahrung, in der Erfahrung des 'Einen', besser verstehen und damit nicht mehr sich gegenseitig bekämpfen? Welche Dogmen und Vorstellungen sind neu zu interpretieren oder aufzugeben, da sie den Gestaltwandel behindern und/oder mit den Erkenntnissen heute nicht mehr in Einklang zu bringen sind? Behutsamer Gestaltwandel innerhalb der .Religionen Behutsamer Gestaltwandel durch intensiven interreligiösen Dialog. Finden von Offenbarungsweisen des einen Geheimnisses. Christentum: Jesus als Mensch in seiner Nähe zu einem liebenden Gott. Jesus selbst hat sich nicht zum Messias, nicht zum Christus erklärt. Wie kann das 'wahre' Menschsein mit dem Glauben an die Durchdringung, die Sättigung dieses Menschen vom göttlichen heute ausgedrückt werden? Wie kann die dadurch erreichte Gestaltwandlung auch unsere Gottferne auflösen. Wie können wir uns mit Jesus als Töchter/Söhne/Kinder Gottes erfahren? Jaspers S. 501: "Durch
Jesus kommt zur Geltung, was die Kirchen verschleiern, während
sie sich auf ihn gründen: die Frage an Schicksal und
Möglichkeit des Menschen. Durch die Existenz des Menschen Jesus
wurde die Frage in einer nie erreichten Tiefe gestellt aus der
Bindung an Gott. Frage zugleich und Antwort lagen in der
Verwirklichung des Menschen, der zu sagen vermochte, was er sah,
glaubte, forderte, was er lebte und erlitt. Die Aufrichtigkeit
des Menschen Jesus mißt alle Realitäten an dem eigentlichen
Menschsein im Reiche Gottes. Unmittelbar vor dem Weltende sich
wissend, ist Jesus selbst schon Zeichen der Wirklichkeit dieses
Reiches."
Zu diesem Thema ein Beitrag von Karl-Heinz Menke . . .
Wegkreuz in Martinszell |
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WILFRIED HILLER DER
SOHN DES ZIMMERMANNS
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Schillebeeckx stellt in seinem Werk "Jesus - Die Geschichte von einem Lebenden" die Frage: "Kann in einem historischen Menschen eine einzigartige Universalität vorhanden sein und erkannt werden? Hat dieser Mensch, Jesus von Nazaret, den seine damaligen Jünger als den Christus, Sohn Gottes und Herrn bekannten, auch für uns heute noch eine Bedeutung, und zwar so, daß wir in ihm endgültiges und entscheidendes Heil finden können? |
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Zunächst sagt Schillebeeckx, dass religiöses Sprechen immer ein Sprechen über das Verhältnis des Menschen zur Totalität und auch etwas über Gott in Beziehung zum Menschen ist. Universale Bedeutung ist dann gegeben, "wenn deutlich gemacht werden kann, daß das gläubige Bekenntnis der universalen Menschenliebe Gottes - eine unmittelbar nicht-empirische Wirklichkeit - zugleich die wahre Menschheit des Menschen erschließt- eine durchaus erfahrbare und nachweisbare Gegebenheit." Zwei Pole sind aufeinander bezogen: "einerseits die Enthüllung des wahren Antlitzes Gottes; anderseits die Erschließung des wahren Wesens des Menschen, und zwar so, daß das erstere durch das letztere vermittelt wird. Der einzig wahre, lebendige Gott wird zu einer Abstraktion und einem Schatten, universal nicht erreichbar, wenn nicht zugleich das wahre Antlitz des Menschenseins in der religiösen Wirklichkeit und im Sprechen darüber aufleuchtet:" "Allein die Beachtung dieser wesentlichen Struktur des religiösen Sprechens kann einem Anspruch auf Universalität eine gewisse "innere Evidenz" gegeben werden, die sie von einem ideologischen Anspruch unterscheidet." Der beste Zugang zu der Besonderheit Jesu von Nazaret in seiner Bedeutung für alle ist daher, "sich ihm weder aus einer vorgegebenen Vorstellung davon, was Gottsein bedeutet" zu nähern, noch aus diener vorgegebenen Vorstellung, was Menschsein eigentlich bedeutet. "Denn es geht nicht an, zwei Modelle . . . 'Menschsein' und 'Gottsein' ineinanderzupassen, um zu einem denkbaren (oder undenkbaren) 'Mixtum' von einem Gottmenschen zu kommen, zu dem abstrakt vielleicht denkbaren Modell eines 'menschgewordenen Gottes', zu dem Jesus von Nazaret dann vielleicht ein historischer Anlaß gewesen ist. Zu Jesus gehen, um in ihm Heil zu finden, heißt sich ihm nähern aus der Unwissenheit oder - besser - aus dem 'offenen Wissen' davon, was Menschsein eigentlich bedeutet, wie auch aus der Unwissenheit oder dem 'offenen Wissen' davon, was Gottsein bedeutet, um von ihm dann vielleicht den Inhalt beider zu vernehmen, und zwar gerade durch ihre Interrelation, wie diese sich in Jesus manifestiert hat." Gläubige Aussagen müssen "einen Grund in der Geschichte Jesu haben; im entgegengesetzten Fall hätten sie einen gebrochenen und deshalb ideologischen Bezug zur Wirklichkeit. Es muß also von der historischen Jesuswirklichkeit etwas ausgegangen sein, . . . daß, wer Jesus sieht, in der Tat den Vater gesehen hat. Wenn der Bruch zwischen diesen beiden Ebenen so groß gewesen wäre, hätte das Christentum nie eine Chance gehabt. . . . Die einzigartige Universalität Jesu läßt sich historisch nicht beweisen, weder von Jesus von Nazaret als solchem aus noch aus einem wissenschaftlichen Vergleich zwischen den Weltreligionen. Es handelt sich um eine christlich-gläubige Aussage, die aber Wirklichkeit zu bejahen beansprucht, wenn auch dieser Wirklichkeitsanspruch als solcher selbst schon eine Glaubensakt ist." S. 534 ff. |
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SÜHNETOD
? "Die Geschichte des Christentums durchzieht die Auffassung vom Kreuzestod Jesu als Opfertod, sie steht im Neuen Testament, aber sie steht zugleich im stärksten Kontrast zu der von Jesus erzielten Gottesentdeckung; denn ein Gott der bedingungslosen Liebe wird durch Opfer nicht versöhnt, ganz davon zu schweigen, dass er gar keine Opfer will." Zu Beginn der Stephanus- Perikope "wird berichtet, dass sich eine große Anzahl von Priestern der Urgemeinde anschloss. Über dieser lastete die Frage: Warum musste er einen so frühen und schrecklichen Tod erleiden?" Die „erlösende“ Antwort war: „Was unsere vielen Opfer nicht erreichen konnten, das bewirkte der Kreuzestod Jesu, vorausgesetzt, dass er als ein Opfertod verstanden wird.“ Das hatte vor dem Hintergrund des ambivalenten, zwischen Trost und Schrecken oszillierenden Gottesbildes des Judentums eine geradezu unwiderstehliche Plausibilität; doch stand es im Widerspruch zum Gott Jesu Christi. " "Wenn Jesus als Opfer hätte sterben müssen und wenn ihm das von Gott abverlangt worden wäre, hätte es in seinen Äußerungen einen Hinweis darauf geben müssen. . . . Doch in all diesen Aussagen, die bisweilen sogar ins Detail gehen, fehlt jeder Hinweis auf den Grund, weswegen er leiden und sterben musste. Auf diesen Grund seines baldigen Sterbens aber hätte er seine Jünger unbedingt hinweisen müssen. Dass er es unterließ, beweist, dass es diesen Grund für ihn nicht gab. Deswegen fehlt der Opfer- und Sühnetheorie jede Basis." "Diese Einsicht steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Menschsein Jesu. Und zu diesem gehört der Tod. Deshalb kann Jesu Tod nicht funktionalisiert werden. Der Tod Jesu hat nichts zu tun mit einer Ableistung der Sündenschuld der Welt. Das heißt allerdings in keiner Weise, dass Jesus die Sündenlast der Welt nicht auf sich genommen hat. Das war selbstverständlich seine große Tat. Die aber vollbrachte er nicht blutig am Kreuz, sondern in seiner gesamten Lebensleistung, denn diese zielt darauf ab, den Menschen aus dem Sumpf der Sünde herauszuholen und ihn einer gottähnlichen Existenz entgegenzuführen, wie das im Gedanken seiner Gotteskindschaft zum Ausdruck kommt." "Das Christentum ist immer noch unterwegs zu sich selbst. Es ist noch dabei, die im Leben und Wirken Jesu an die Welt ergangene Gottesoffenbarung tiefer auszuschöpfen, als es bisher möglich war, und dazu gehört ganz gewiss die Neudeutung des Todes Jesu. Deshalb muss sein Kreuzestod aus den Fesseln der Satisfaktionslehre befreit werden, um ihn in seiner wahren Bedeutung aufleuchten zu lassen." "Er
[Jesus] hat sein Lebenswerk durch Leiden und Tod gekrönt und das heißt,
der Tod hatte für ihn eine grundlegend andere Bedeutung: Er verstand ihn
als den ihm von Gott zugewiesenen Auftrag. Damit änderte sich aber auch
sein Verhältnis zu Gott und zu sich selbst. Gott war jetzt nicht mehr der
Herr über Leben und Tod, der diesen über ihn verhängt. Gott
wird für ihn vielmehr zum Vater, der ihn zur Heimkehr ins Vaterhaus einlädt.
Er aber begreift sich als dessen vielgeliebten Sohn. So kann der Tod nicht
mehr als Sühneleistung begriffen werden, sondern man muss lernen, ihn mit
den Augen Jesu zu sehen. Das
hängt mit dem zusammen, was er selbst darunter zu verstehen gab – also
von den Zeichenhandlungen, durch die Jesus seine
Botschaft und, wesentlicher noch, sich selbst als das von Gott gegebene
Zeichen verdeutlichte. Eine solche Zeichenhandlung hat Jesus
nach dem Bericht der drei Synoptiker, vor allem aber nach dem des Apostels
Paulus, kurz vor seinem Tod bei seinem Abschiedsmahl getätigt.
Davon berichtet die
älteste Überlieferung: In der Nacht, in der er verraten wurde, nahm er
Brot, brach es und gab es
seinen Jüngern mit den Worten: „Nehmt hin und esst. Das ist mein
Leib.“ Da Jesus aramäisch spricht und im
Aramäischen Leib soviel wie Person bedeutet, müsste das noch genauer übersetzt
werden, und dann würde er gesagt
haben: „Nehmt hin und esst, das bin ich für
euch.“ Mit Leib ist aber nicht das gemeint, was wir aufgrund
unserer abendländischen
Tradition verstehen, wenn wir Leib und Seele unterscheiden. Für
den Semiten, und insbesondere für den Juden, gibt es nur die
Leib-Seele-Einheit. Wenn er also sagt: „Nehmt hin und esst, das bin ich
für euch“, dann meint er die Totalität seiner Existenz. Wenn wir das
voll gewichten, ergibt sich eine erstaunliche Deutung des Todes Jesu. Und
die besagt: Er gibt sich als Individuum auf, um als
Speise – und das heißt als Lebensinhalt – in den Seinen auf- und
fortzuleben. Das ist die neue Deutung des Todes Jesu. Der Tod
Jesu ist, so gesehen, der Übergang von seiner Lebensgeschichte zu seiner
im Tod beginnenden Wirkungsgeschichte. Jetzt muss allerdings etwas
Entscheidendes hinzugenommen werden: Der Tod
Jesu steht nie für sich allein, er ist vielmehr untrennbar verbunden mit
dem Ereignis seiner Auferstehung. So gesehen
gibt erst die Auferstehung Jesu seinem Tod die authentische
Interpretation. Gott selbst deutet Jesu Tod, indem er den Sterbenden nicht
in die Vernichtung absinken lässt, sondern ihn in seine Lebensfülle
aufnimmt. " |